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3. Mitgliederbrief 2009 | 2008, Jahresberichte 2006 | 2005 | 2004 | 2003

2009

Liebe Mitglieder,
der komplette Vorstand der DSK sowie Gäste haben am 5. und 6. März 2009 in Frankfurt a. M. 15 h intensiv beraten. Schwerpunkt waren die zu verfassenden Thesen „Chancen und Probleme der Stratigraphie in Deutschland 2009: Fakten und Meinungen“. Im 2. Halbjahr konnte dann begonnen werden, Teile der Thesen öffentlich vorzustellen und zu diskutieren, so auf der DGG-Tagung in Dresden, dem DFG-Workshop „Stratigraphie“ in Steinhude und beim IGCP-Landesausschuss in Frankfurt a. M., an dem auch Mitglieder des Deutschen Nationalkomitees (DNK) bei der IUGS teilnahmen. Die Kurzfassung der Thesen „Stratigraphie heute – Vorsorge für morgen“ ist in der Endberatung. Sie wird in unseren Internetauftritt eingestellt und wichtigen Institutionen zugestellt werden. Die Ergebnisse der März-Vorstandssitzung sind Ihnen über die Subkommissionen (zumeist) im 1. Halbjahr zugegangen. Für die zügige Aufsetzung des Protokolls vor den Jahressitzungen der meisten Subkommissionen gebührt Martin Hiß ein großes Dankeschön. Die Sitzung 2010 findet am 4. und 5. März in Kassel bei K+S statt.

Die Vorschläge des Vorstands zur Änderung unserer Satzung haben eine sehr breite Zustimmung gefunden: künftig sind auch die Amtszeiten des Vorsitzenden, seines Stellvertreters und des Sekretärs der DSK auf zwei Wahlperioden beschränkt (wie in den Subkommissionen) und beim vorzeitigem Ausscheiden des Vorsitzenden oder des Sekretärs einer Subkommission leitet der verbliebene Gewählte die Geschäfte allein weiter bis zur turnusmäßigen Wahl.

Ein besonders wichtiges Anliegen der DSK ist das Lithostratigraphische Lexikon LithoLex, das seit 2006 im Internet steht (www.bgr.bund.de/litholex). Etliche Subkommissionen sind kräftig beim Arbeiten und kommen spürbar voran, andere lieferten bisher nur wenige Datensätze und leider ist bei einigen auch keine grundlegende Besserung abzusehen. Das liegt u. a. daran, dass diese Arbeiten von vielen Geologischen Diensten und anderen Institutionen zwar geschätzt und moralisch unterstützt werden, nirgends aber Planaufgaben sind. Wir müssen es unbedingt schaffen, vor allem die grundlegenden stratigraphischen Einheiten ins Internet zu stellen, denn die Datenbank wird intensiv nachgefragt. Sie ist eine sehr wichtige Dienstleistung der DSK für die Gesellschaft und eines unserer Aushängeschilder.

Seit Dezember 2009 sind alle Manuskripte, die ab 2006 als Kommentare zu der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002 und/oder zu den Erläuterungen zur Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2005 bei mir eingereicht worden sind, bei zumindest zwei Gutachtern in Vorbereitung ihrer Veröffentlichung in der Zeitschrift der Gesellschaft für Geowissenschaften (ZDGG) 2010.

Die Session Stratigraphie der Jahrestagung der DGG 2009 am 1. Oktober in Dresden war ein großer Erfolg. Markus Wilmsen, Senckenberg Dresden, sei hier nochmals für seine
engagierte Vorbereitung herzlich gedankt. Zu der außergewöhnlich vielschichtigen Tagung Darmstadt 2010 vom 10. bis 13. Oktober (u. a. 100 Jahre GV!) wird im Januar eingeladen werden. Die DSK will in einer eigenen Session das stratigraphische Handwerkszeug – Bewährtes und Neues – darstellen. Sie tritt als Mitveranstalter an: das DSK-Logo ziert bereits die Einladung. Bitte unterstützen Sie unser Vorhaben nach Kräften, kommen Sie nach Darmstadt (www.GeoDarmstadt2010.de) zu einer vielversprechenden Tagung.

Der Internetauftritt der DSK wurde mehrfach aktualisiert: Sehen Sie bitte hin und wieder hinein. Die letzte Aktualisierung ist am Ende jeder Seite vermerkt, so dass Sie nach Neuigkeiten nicht suchen müssen wie nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Im Auftritt sind z. B. schon seit längerem die Termine der Subkommissionen für 2010 zu finden (www.stratigraphie.de/aktuelles/index.html). Veranstaltungen der letzten Jahre stehen unter „Vergangene Termine“.

Vom internationalen Parkett ist zu erwähnen, dass die Zeitschrift der IUGS “Episodes“ (www.episodes.org), die viele grundlegende stratigraphische Artikel publiziert, nach langen Gastjahren in China seit 2009 durch die Indische Geologische Gesellschaft betreut wird. Kurze, innovative Artikel sind hoch willkommen.

Die 37 laufenden Projekte des International Geoscience Programm (IGCP) sind unter http://www.unesco.org/science/earth/doc/igcp/Projects2009.pdf und die neuen Projekte unter http://www.unesco.org/science/earth/doc/igcp/NewProject2009.pdf zu finden. Projekte mit deutscher Beteiligung an der Leitung sind im Auslaufen.

Folgende Definition des Quartärs der ICS hat die IUGS am 29.06.09 ratifiziert:
1) the base of the Pleistocene Series/Epoch be lowered such that the Pleistocene includes the Gelasian Stage/Age and its base is defined by the Monte San Nicola GSSP, which also defines the base of the Gelasian;
2) the base of the Quaternary System/Period, and thus the Neogene-Quaternary boundary, be formally defined by the Monte San Nicola GSSP and thus be coincident with the bases of the Pleistocene and Gelasian; and
3) with these definitions, the Gelasian Stage/Age be transferred from the Pliocene Series/Epoch to the Pleistocene.
In Deutschland ist die Zustimmung zu diesem Beschluss sehr groß: das Quartär hat wieder den Rang einer Periode und eines Systems; es beginnt statt bei 1,8 bei 2,6 Ma kurz nach dem Beginn der Vereisungen auf der Nordhemisphäre! Ein Beitrag dazu und zur Klassifizierung des Tertiärs wird in GMIT im März 2010 erscheinen. Leider haben bisher auf die Bitte, sich zur Stellung des Tertiärs zu äußern (www.stratigraphie.de/aktuelles/index.html), weniger als 10% der DSK-Mitglieder reagiert, auch die weitaus meisten stimmberechtigten nicht: dabei reicht schon ein JA oder NEIN. Wer sich nicht äußert, will oder nimmt in Kauf, dass der Begriff Tertiär nach und nach auch in Deutschland aus geologischen Karten verschwinden wird.

Im Jahr 2010 sollen die vier Bände „Rotliegend der Innensenken“, „Buntsandstein“, „Jura von Süddeutschland“ und „Tertiär von SW-Deutschland“ der Reihe Stratigraphie von Deutschland zum Druck eingereicht werden. Allen Akteuren wünsche ich für die Endphase der Arbeiten die notwendige Zuversicht, Kraft, Zähigkeit und Disziplin sowie kollegialen Zusammenhalt und ein Quentchen Glück.

Mit den besten Grüßen und Wünschen für ein Gesundes Neues Jahr

Manfred Menning